Die Geschichte der Wurst – (k)eine Odyssee

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Wir lieben sie – besonders zur Grillsaison: Die Wurst ist eine der populärsten Fleischspezialitäten der Welt. Und zudem eines der ältesten Lebensmittel überhaupt.

Ihre Erfolgsstory geht vielleicht nicht auf Adam und Eva zurück, Zeichnungen und Malereien belegen jedoch, dass  bereits vor über 7.000 Jahren wurstähnliche Speisen in Ägypten, Syrien und China verzehrt wurden. Auch der Grieche Homer erwähnte die Wurst in seiner „Odyssee“. Odysseus, der Held der Geschichte, soll sich einem anderen Mann im Kampf stellen. Als Belohnung winken dem Sieger Würste!

„Höret, was ich euch sage, ihr edelmütigen Freier!
Hier sind Ziegenmagen, mit Fett und Blute gefüllet
45 Die wir zum Abendschmaus auf glühende Kohlen geleget.
Wer nun am tapfersten kämpft, und seinen Gegner besieget;
Dieser wähle sich selbst die beste der bratenden Würste.“
|Homer – Odyssee |

Wurst – der Evergreen der Fleischspezialitäten

Eines ist sicher: Die Wurst hat eine lange Geschichte hinter sich. Umso erstaunlicher, dass das Fleischgericht über die Jahrtausende nichts von seiner Popularität eingebüßt hat. Ganz im Gegenteil – die Wurst ist zu einem weltweiten Erfolgsschlager geworden, dem besonders die Deutschen verfallen sind.

Die ersten Erwähnungen des Fleischgerichts stammen aus dem 11. oder 12. Jahrhundert. Schon damals kamen „lebarwurst“ und „pratwurst“ hierzulande auf den Tisch. Metzger tauchten ebenfalls erstmals im Mittelalter auf.

Die Wurst war so beliebt, dass unter den konkurrierenden Metzgern eine Art „Krieg der Würste“ ausbrach. Mit immer neuen Rezepturen und verbesserten Herstellungsverfahren versuchte man, sich in dem harten Geschäft einen Vorteil zu verschaffen.

Deutschland deine Würste

In Deutschland unterscheidet sich der Geschmack von Region zu Region: Während die Süddeutschen Brühwürste bevorzugen, isst man im Norden Rohwürste wie Salami oder Mett, im Westen Schinken und im Osten am liebsten Bratwurst.

Würste galten als wertvolles Gut. Man lagerte die Schätze in Wurstkammern, die besonders gut vor Dieben geschützt werden mussten. Auch die ersten Verordnungen zur Wurst stammen aus dieser Zeit. Ratsherren legten fest, wie und mit welchem Fleisch die Leibspeise der Deutschen herzustellen sei.

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84 Bratwürste essen wir Deutsche im Jahr
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verschiedene Wurstsorten gibt es in Deutschland

Flönz – das kölsche Original

Noch vor 100 Jahren waren gute Würste Luxusgüter. Wollte man trotz kleinem Geldbeutel nicht auf den Genuss verzichten, griff man zu einer günstigen Variante: Blutwurst – oder auf Kölsch: Flönz. Bei der klassischen Blutwurst handelt es sich um eine Kochwurst aus Schweineblut, Speck, Schwarte und Gewürzen. Die kölsche Variante enthält noch Schweinefleisch sowie Schweinekopffleisch und wird – ganz traditionell – mit Himmel und Ääd, also Stampfkartoffeln und Apfelmus serviert.

Experimente sind für dieses klassische Gericht nicht unbedingt vorgesehen. Die Kölsche Flönz ist nämlich eine eingetragene Marke – jedes Abweichen von der Rezeptur gilt als Verstoß gegen die Tradition. Also Finger weg von Gewürzextrakten und Aromen! Salz, Pfeffer, Majoran, Thymian – mehr braucht es nicht für die Flönz aus Köln.

Auch wir von MEAT IN können uns der Verführung durch eine knackige, saftige Wurst nicht entziehen. Aus diesem Grund haben wir der Fleischspezialität in der Erstausgabe unseres Magazins gleich eine ganze Kategorie gewidmet.

Wen interessiert’s?
Naturdarm wurde im Lauf der Geschichte nicht nur für Würste verwendet, sondern auch für Gitarrenseiten, Bogensehnen, Kondome und Zeppeline.

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